Archiv des Autors

Entwicklungen für den Thüringer Arbeitsmarkt

In letzter Zeit habe ich mir immer wieder Gedanken gemacht, welche Dynamiken es braucht, damit es in Thüringen und anderswo gesunde Entwicklungen für Beschäftigung gibt. Hier meine Ergebnisse:

1. Entwicklung von Jugendlichen

Wie Verzahnung von Schule hin in die Arbeits- und Berufswelt sollte deutlich verbessert werden. Auch auf den Ausbau von (sozialen) Kompetenzen und einer ganzheitlichen “Lebensreife” sollte ein besonderer Fokus gelegt werden. Dazu braucht es innovative Ideen. Diese Aufgabe kann auch nicht allein den Schulen überlassen bleiben. Die Wirtschaft “darf” hier bewusst in ihre zukünftigen Fachkräfte investieren.

2. Aktivierung der Potenziale der “Älteren”

Ich habe in letzter Zeit zu viele Menschen kennen gelernt, die weil sie das kritische Alter von 45 Jahren überschritten haben, aus dem Arbeitsmarkt ausgesondert wurden. Also keine Chance mehr haben in Unternehmen integriert zu werden. Wir können diese Kompetenzen zukünftig in Thüringen nicht weiter brach liegen lassen.

3. Entwicklung der Stärken und Kompetenzen der vorhandenen Mitarbeiter

Die vorhandenen Mitarbeiter brauchen eine gezielte Förderung, so dass ihre Kompetenzen noch stärker zu einer positiven Gesamtentwicklung der Unternehmen beitragen können.

4. Sinnstiftende Maßnahmen für Menschen, die aus dem Arbeitsprozess herausgefallen sind

Wir müssen akzeptieren, dass es in unserem Land einen Sockel von Menschen geben wird, die unter normalen Bedingungen nicht wieder Arbeit finden können. Es wäre aber zynisch so zu tun, als wäre dies möglich. Hier stehen wir vor einer großen sozialen Aufgabe, sinnvolle Betätigungsfelder für diese Menschen zu (er-)finden und ihnen dadurch auch eine Bedeutung geben.

5. Es braucht mehr Selbständige mit einem Unternehmergeist

Ich zitiere Johannes Kleske aus einem Interview:

“Ich glaube, dass wir in den nächsten Monaten und Jahren einen neuen Boom von Handwerk, kleinen Läden und allgemein viel mehr Selbstständigkeit sehen werden. Und meine These ist, dass das uns letztendlich aus der Krise führen wird und dabei viel nachhaltiger in seiner Beständigkeit als vor der Krise. Slogans wie „Grow slow, grow strong“ treten in den Vordergrund, schnelles Geld-verdienen in den Hintergrund.”

Das Thema “Selbständigkeit und Unternehmertum” könnte hier auch ein Schlüssel für die anderen 4 Punkte werden: Die Jugendlichen brauchen Entwicklungsimpulse in “Entrepreneurship-Erziehung”.  Auch bei Älteren sehe ich Potenziale, dass sie (gemeinsam?) unternehmerisch aktiv werden. In den Unternehmen gilt es den “Unternehmergeist” zu fördern (sog. “Intrapreneure“). Und für die sinnstifenden Maßnahmen ist wohl auch (sozial-)unternehmerische Kreativität gefragt.

Ich habe nichts dagegen, wenn Thüringen so zu einem Vorzeigebundesland wird.

Gründungscoaching

Es sind die Mutigen im Lande und es werden immer mehr: Menschen, die den Sprung in die Selbständigkeit gewagt haben. Menschen, die die (scheinbare) Sicherheit der Festanstellung hinter sich gelassen und den Weg in neues Land angetreten haben. Ja, es ist in diesem Land immer noch herausfordernd, seine eigene Existenz aufzubauen, aber es gibt interessante Unterstützungsmöglichkeiten für Gründer: Z. B. das KfW-Gründercoaching:

“Ein qualifizierter Unternehmensberater betreut und begleitet das junge Unternehmen. Das Coaching wird durch einen Zuschuss aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.”

Das erfreuliche daran ist, dass aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds 50 – 90 % der Coachingkosten übernommen werden können.

Seit einiger Zeit bin auch ich als Gründungscoach in der Datenbank der KfW gelistet, so dass einem Gründungscoaching nichts mehr im Wege steht, oder?

Navigation oder Einfachheit

Neulich telefonierte ich mit einem Freund. Wir kamen auf Bittner & Network zu sprechen. Unter Navigationsconsulting konnte er sich irgendwie nicht so viel vorstellen. Klar das finde ich doch sehr verständlich, da es sich um ein Kunstwort handelt, dass ich selbst erfunden habe.

Natürlich kommen da den meisten Menschen zunächst die Assoziation zum Navi im Auto und das ist mal gar nicht so falsch. “Aha!” meinte mein Freund am Telefon “du zeigst also den Leute, wo es lang geht”. Das ist so der erste Gedanke, der vielen durch den Kopf geht. Ich glaube, dass dies aber eine sehr gefährliche Vorstellung eines Navis, ist – auf diese Weise wäre ich kürzlich mit meinem Navi in der Elbe gelandet. Ein Navi im Auto ist dafür da, mich zu unterstützen MEINEN WEG zu finden. Fahren muss ich selbst und denken muss ich auch selbst und es ist sogar hilfreich, sich selbst auf einer Karte zu vergewissern, wo man eigentlich hin möchte.

In diesem Sinne verstehen wir auch Navigationsconsulting, nur dass Navigationsconsulting natürlich nicht so technisch und statisch ist, wie diese kleinen Helfer im Auto. Mit unseren Tools im Rahmen des Navigationsconsultings können wir zusammen mit ihnen eine Standortbestimmung vornehmen (das ist immer auch die erste Aufgabe des Navis) und von dort aus herausarbeiten, wo das Ziel ist und wie man dort hin kommt.

Diese technischen Hilfsmittel im Auto gehören heute schon zur Normalität. Manche Leute finden es aber noch peinlich, Unterstützung bei der eigenen (Lebens-)Navigation heranzuziehen, obwohl das doch viel, viel komplexer ist als mit dem Auto von A nach B zu kommen.

Wir glauben übrigens, dass es schwer möglich ist, diesem komplexen Leben zu entkommen. Auch wenn die “Simplify your life”-Szene damit immer noch sehr viel Geld verdienen kann. Mein Freund übrigens, mit dem ich da telefoniert hatte, kam richtig in Bewegung beim Stichwort: Simply your life. Tags zuvor bekam er eine Einladung zu einem Tagesseminar der Vereinfachungsfreunde – Seminarpreis: 1.699 EUR. Vor Wut über diesen Seminarpreis, hätte er beinahe seinen neuen “Simpify your Life”-Kalender von der Wand gerissen. Und am Ende des Gesprächs meinte er: Ja eigentlich könnte ich so einen Navigationscoach auch gebrauchen”.

Büro in angenehmer Atmosphäre

Vor ungefähr eineinhalb Jahren sind wir als Familie einen ungewöhnlichen Schritt gegangen: Wir haben unser Auto verkauft und haben zusammen mit einem Freund ein privates Carsharing gestartet. Da dieser Freund nach einem Jahr in eine andere Stadt zog, schien es so, dass es keine weitere Möglichkeit gibt, weiterhin ein Fahrzeug zu teilen. Genau zu diesem Zeitpunkt haben wir gelesen, dass es in unserer Stadt Meiningen eine offizielle Carsharing-Initaitive gibt. Seitdem haben wir sogar zwei Autos.

Die Idee des Carsharing hat mich inspiriert in die Richtung Bürosharing zu denken. Und daraus ist unser Projekt Workflow Meiningen entstanden. Workflow Meiningen ist mehr als eine Bürogemeinschaft – es bietet sehr flexibel Büronutzung in unterschiedlichen Facetten. Und das macht ein Büro für viele Menschen interessant, die unter normalen Bedingungen gar nicht auf die Idee kämen, ein “eigenes Büro” anzumieten.

Workflow Meiningen

Letzte Woche haben wir unsere neuen Büroräume in der Robert-Krick-Passage in der Meininger Altstadt bezogen.

Hier haben wir das ideale Umfeld für unsere weiteren Unternehmungen gefunden. Ab Januar startet hier unser Projekt: “Workflow Meiningen”. In Workflow Meiningen können Menschen oder Organisationen stunden- oder tageweise einen Arbeitsplatz oder einen eigenen Büroraum nutzen. Die Idee dahinter: viele Menschen benötigen nicht dauerhaft ein eigenes Büro. In Workflow Meiningen besteht die Möglichkeit nur soviel Büro wie nötig zu nutzen und zu bezahlen. Und darüber hinaus ist für alles gesorgt, was heute zu einem Büro gehört: ein Lounge-Bereich, Kaffee-Automat, WLAN-Anschluss, Fax, auf Wunsch auch ein eigener Telefonanschluss.

Für eine längerfristige Nutzung steht momentan auch noch ein Büroraum zur Verfügung. Nähere Infos oder Besichtigung unter 03693 – 88 11 90.

Werkzeuge zum Navigieren

Mit Komplexität umgehen

Navigationsconsulting kann viele Facetten haben. Ein Tool haben wir bereits kurz vorgestellt – die Kompetenzbilanz. Ein weiteres Kernstück unserer Arbeit ist Navigationscoaching. Wir geben zu: Coaching ist ein mittlerweile recht überstrapazierter Begriff. Unter Navigationscoaching verstehen wir, dass wir mit unseren Kunden eine gemeinsame Wegstrecke gehen wollen. Navigationscoaching ist oft dann sinnvoll, wenn das Leben unübersichtlich und kompliziert wird, wenn Veränderungen anstehen oder hereinbrechen. Oft entwickeln Menschen in diesen Phasen eine “Simply-your-life”-Sehnsucht. Und manches lässt sich wirklich vereinfachen, aber das wäre nur ein ganz kleiner Teil der Wahrheit. Vielmehr müssen wir uns mehr und mehr damit anfreunden, dass das Leben doch ganz schön komplex sein kann. Wir wollen dabei helfen, die Komplexität zu erfassen, sie zu sortieren und damit umzugehen. Navigationscoaching kann aber noch viele andere Zielrichtungen haben. An dieser Stelle seien nur das Herausarbeiten der eigenen Werte, die ethischen Grundlagen des eigenen Handelns oder die Entwicklung eigener Zukunftsperspektiven erwähnt.

Wir können mehr als wir uns zutrauen

„Die Menschen können mehr, als sie sich selbst zutrauen, mehr, als in Zeugnissen und Zertifikaten steht. Es ist wissenschaftlich belegt, dass wir 70 % von dem, was wir wissen und können, uns außerhalb von Bildungseinrichtungen aneignen. Dazu kommt, dass 30 % dessen, was wir am besten können, uns nicht bewusst ist.“

(Quelle: Thomas Lang-von Wins und Claas Triebel: Kompetenzorientierte Laufbahnberatung)

Das ist eine schlichte aber tiefgreifende Wahrheit: Wir können mehr, als uns bewusst ist. Wir lernen wesentliche Fertigkeiten und Wissen im Alltag und nicht in Kursen, Seminaren und Ausbildungen. Das klingt vielleicht zunächst etwas ernüchternd, aber gleichzeitig ermöglicht uns das einen ganz neuen Blick auf unsere Geschichte und Biographie. Formale Qualifikationen und die damit verbundenen Zertifikate, sind nur ein (kleiner) Teil der Wahrheit über das eigene Können. Es gilt, für den Einzelne (aber auch für die Unternehmen), die Kompetenzen zu identifizieren, so dass sie bewusst eingesetzt werden können.

Diese Kompetenzen wollen wir zusammen mit unseren Teilnehmern im Rahmen der von uns entwickelten KOMPETENZBILANZ erfassen. In diesem strukturiertes Programm  erarbeiten wir die eigene Persönlichkeitsstruktur, entdecken und vergewissern uns der biographisch erworbenen Kompetenzen und entwickeln daraus Perspektiven. Denn das Wissen um die eigene Kompetenzen bedeutet auch: Es gibt neue Möglichkeiten zur Kurskorrektur, neue Horizonte, die sich auf tun, neue Entwicklungsperspektiven.

Die Idee

Es begann damit, dass wir, Damaris und Marcus Bittner vor gut 7 Jahren heirateten. Nein, das setzt wohl etwas zu früh an, also überspringen wir mal ein paar Jahre:

Wir arbeiten eigentlich schon seit Jahren mit Menschen in unterschiedlichen Kontexten und doch war es für uns ein ganz besonderer Moment (es war wohl einer dieser eigentlich harmlosen Samstage  beim Frühstück) als wir aus einem Gespräch heraus die Idee hatten, uns zusammen auf ein neues Abenteuer einzulassen: Wir wollen gemeinsam ein Unternehmen gründen: Wir bringen unsere jeweils spezifischen Kompetenzen zusammen und setzen diese Ressourcen dafür ein, Menschen in unserer Stadt Meiningen und in der Region Südthüringen zu unterstützen und befähigen ihren Weg in einer zunehmend komplexer werdenden Welt zu finden.

Die Idee für Bittner & Network Navigationsconsulting war geboren. So haben wir es damals noch nicht benannt (dafür brauchte es noch ein Abendessen mit Freunden im besten griechischen Restaurant unserer Stadt), aber die Grundstruktur von dem, was wir anbieten wollen war schnell klar: nämlich das was wir am besten können. Das klingt vielleicht etwas zu banal, aber es macht durchaus Sinn, wenn Menschen das tun, was sie am besten können. Für das was wir am besten können, haben wir einen Begriff erfunden: Navigationsconsulting. Und damit ein für alle mal klar ist: es gehört nicht zu unseren Kernkompetenzen Navigationsgeräte zu verkaufen, sondern wir wollen Menschen und Organisationen beim Navigieren helfen.

Wie wir das tun wollen, darüber berichten wir in den nächsten Beiträgen. Und natürlich auch genauer, wer wir sind und was es mit diesem Network auf sich hat.

Danke!

Damit diese Seite online gehen konnte, haben zwei Akteure sehr gute Arbeit geleistet:

Den ganzen Design-Prozess hat Michael Zimmermann (Berlin) mit uns gestaltet und die Umsetzung in Wordpress erfolgte durch Daniel Ehniß (Karlsruhe).

Und um Bittner & Network überhaupt gestartet zu kriegen, haben wir ganz viel emotialen Support  von unserer Teamfamily von People Movement erfahren.

Herzlichen Dank, Euch Allen.