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Ist Deutschland eine Gründungswüste?

Wie steht es um Unternehmensgründungsaktivitäten in Deutschland? Ein Beitrag, der sich mit der mit einer internationalen Studie des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) bezüglich dieser Frage auseinandersetzt, stellt die Bedeutung solcher Gründungen hervor.

“Zur Wahrung des hohen Lebensstandards ist Deutschland auf ständige Innovationen und deren Kommerzialisierung angewiesen. Personen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ein Unternehmen zu gründen („Entrepreneure”), stärken durch die Gründung nicht nur den Wettbewerb und schaffen Arbeitsplätze. Sie spielen auch bei der Entwicklung neuer Produkte eine wichtige Rolle.”

(aus: IAB-Kurzbericht 15/2009)

Deutschland schneidet bei dieser Studie sehr schlecht ab. Der Beitrag liefert dazu einige Gründe:

“Eine Ursache ist sicherlich, dass viele Menschen vor allem die Risiken sehen, die mit einer Gründung verbunden sind. In der Befragung äußert jeder Zweite, dass die Angst, mit einem Unternehmen auch scheitern zu können, ihn generell von der Gründung eines eigenen Unternehmens abhalten würde. Es liegt nahe, hier einen Zusammenhang zu der Einschätzung der eigenen Fähigkeiten zu sehen. Nur rund jeder Dritte gibt an, er verfüge über das erforderliche Wissen und Können, um ein Unternehmen zu gründen. Noch geringer ist der Anteil derjenigen, die angeben, zumindest einmal an einer gründungsbezogenen Aus- oder Weiterbildung teilgenommen zu haben (20%).

Es ist durchaus sinnvoll, die Risiken bei Gründungen im Auge zu behalten. Eine zu hohe Risikobereitschaft kann für eine Gründung durchaus auch kontraproduktiv sein. Die Angst vor dem Scheitern jedoch, scheint mir ein echt deutsches Phänomen zu sein. Wieso ist das potenzielle Scheitern eine solch große Hürde? Interessanterweise genießen erfolgreiche Gründer in Deutschland Respekt und ein hohes Ansehen. Die Betonung liegt auf erfolgreiche Gründer! Und wenn eine Gründung scheitert? Dann ist man der “Depp der Nation” und klar, die Risiken und Nebenwirkungen hätte man doch vorher erkennen müssen….

Nehmen wir mal an, ein potenzieller Gründer ist bereit trotz dieser gesellschaftlicher Bewertungen weiter an einer Gründung fest zu halten. Welche Fähigkeiten braucht er, um eine erfolgreich zu gründen? Die traditionellen Anforderungsprofile an Gründer sind lang, schier endlos. Soll das ein Mensch allein bewältigen?

“Man darf solche Anforderungskataloge, die ja als Aufzählung notwendiger Qualifikationen nicht unzutreffend sind, nicht so verstehen, dass eine einzige Person sie erfüllen könnte. Nur ein Genie kann das, während Normalmenschen zwangsläufig daran scheitern müssen.”

(Günter Faltin: Kopf schlägt Kapital, S. 65)

Es gibt sicherlich noch viele Gründe, warum vielen das Gründen in unserem Land so schwer fällt. Wahrscheinlich gibt es aber genug Menschen, die diese Frage für sich persönlich einmal angehen und klären wollen.

Schlummert in Ihnen eine Geschäftsidee? Sind Sie sich unsicher, ob Sie der Typ sind, um unternehmerisch tätig zu werden? Machen Sie sich doch einfach auf den Weg und finden es heraus!

Tag der Offenen Tür

Am kommenden Mittwoch (20. Mai 2009, 14 – 18 Uhr) findet im WORKFLOW MEININGEN ein Tag der Offenen Tür statt. Das wäre doch eine gute Gelegenheit zum kennen lernen, oder?

Forum Werte und Erfolg

Es ist zwar noch einige Zeit dahin, aber wir stecken mitten in den Vorbereitungen für ein Forum “Werte und Erfolg”, das am 21. September 2009 in Meiningen stattfinden wird. Dieses Forum werden wir zusammen mit der Plansecur Stiftung und Plansecur-Berater Percy Grüterich (Mellrichstadt) veranstalten. Als Impulsgeber und  Forumsteilnehmer konnten wir Prof. Dr. Matthias Schmidt gewinnen. Nun sind wir in Gesprächen mit lokalen Gestaltern. In den nächsten Wochen wollen wir die Liste der Podiumsteilnehmer kompletiert haben.

Klinsmen und Klinswomen

Das Projekt Jürgen Klinsmann beim FC Bayern ist grandios gescheitert. Er wollte jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser machen, “Gesamtpersönlichkeiten formen”. Der Klinsmann-Kritiker und Bayern-Aufsichtsratsmitglied Helmut Markwort meinte “Am liebsten hätte Klinsmann eine Sprachschule aufgemacht … und eine Psychologieschule und ihre Allgemeinbildung vorangetrieben”. Aber Klinsmann hatte nicht nur die Einzelentwicklung der Spieler im Blick, sondern hat auch eine Infrastruktur (Trainingszentrum) geschaffen, die den Verein zukunftsfähig machen sollte. So zumindest erschien es einem Außenstehenden wie mir.

Aber um Zukunftsfähigkeit ging des dem FC Bayern nicht. Die einzige Veränderung, die sie wollten, war dass sie mal wieder Championsleague-Sieger werden wollten (neben der Meisterschaft und dem Pokal, was ja selbstverständlich ist) Hoeneß meinte, dass Klinsmann einfach nur die Spiele gewinnen solle, was doch gar nicht so schwierig sei, vor allem hatte Klinsmann doch schon genug Zeit “Jedes Konzept ist prima auf dem Papier…aber das beste Konzept nützt nichts, wenn nicht irgendwann die Ergebnisse kommen” (Hoeneß).

Ich glaube, dass das Projekt Klinsmann nicht erst letzten Monat gescheitert ist, sondern viel früher. Dass Klinsmann jetzt, mit einer ordentlichen Abfindung ausgestattet, gehen musste war insgesamt folgerichtig. Es war ein Fehler einen Mann zu holen, der ganzheitlich und nachhaltig arbeiten wollte, dem die richtigen Prozesse wichtiger sind als kurzfristiger Erfolg. Bayern und Klinsmann – das hat nicht zusammen gepasst. Bayern hat jetzt wieder auf das Alte und Bewährte zurückgegriffen. Schluss mit diesen Reformprojekten.

Für mich zeigt der “Fall Klinsmann” einige Fallstricke in Veränderungsprozessen:

1. Wenn zwei Parteien von Veränderung sprechen, meinen sie nicht unbedingt das gleiche.

2. Veränderung ist ein Prozess und meistens nicht anhand kurzfristiger Erfolge nachweisbar.

3. Veränderung ist ein Prozess, der von innen heraus gestaltet und gewollt sein muss. Ein Guru, der da mal kommt und macht, ist da eher fehlt am Platz.

4. Es ist für unternehmerische Imperien sehr schwer, echte Veränderungsprozesse zu gestalten. Genauso für unseren Staat, Kirchen, Verbände und viele andere mehr.

5. Ganzheitliche Förderung und Entwicklung von “Gesamtpersönlichkeiten” scheinen immer noch luxuriöse Randerscheinungen in der Personalentwicklung zu sein. Das Personal soll funktionieren und nicht besser werden – diese Vergeudung von Potenzialen ist eher die Regel als die Ausnahme.

6. Es braucht mehr Menschen, die bereit sind ihre Leidenschaft dafür einzusetzen, damit Menschen, Organisationen, Städte und Regionen “jeden Tag ein bisschen besser werden” – wo sind die “Klinsmen” und “Klinswomen” in unserem Land?

Veränderte Arbeitswelt

“Morgen komm ich später rein” heißt der Titel eines Buches, dass sich mit der veränderten Arbeitswelt auseinandersetzt. Der Autor des Buchs auf auf seinem Blog eine Präsentation dieser Thematik veröffentlicht. Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?

Gute Gründe für das Gründen

Eine kleine Inspiration für Menschen die sich überlegen, sich vielleicht doch selbständig zu machen gibt es auf wiwo.de.

Und an anderer Stelle findet sich eine bedenkenswerte Aussage. Der Selbständigkeits-Experte Martin Massow meint, dass  die Unsicherheit von Selbstständigkeit vielfach „sicherer” sein kann als eine sicher geglaubte Anstellung.

Auf Stärken bauen?

Kürzlich habe ich bei einem Seminar Widerspruch geerntet, als ich meinte, dass es wichtiger ist, seine Kompetenzen und Stärken zu kennen und zu entwickeln, als an den Schwächen zu arbeiten. Irgendwie scheinen wir es zu lieben, an unseren Schwächen herum zu manipulieren, anstatt uns auf die Stärken zu fokussieren. Einen erfreulichen Beitrag dazu hat Marcus Splitt veröffentlicht.

Ich glaube, dass wertvolle Ressourcen vergeudet werden, wenn Menschen ihre Stärken nicht kennen und wenn Unternehmen die Stärken ihrer Mitarbeiter nicht einsetzen. Oftmals erscheint es wichtiger, dass gewisse “Qualitätsmanagementsabläufe” wichtiger sind, als Menschen am richtigen Platz einzusetzen. Aber formalisierte Abläufe sind längst nicht der Gradmesser für sehr gute oder exzellente Arbeit. Könnte im Entdecken der Stärken und Kompetenzen nicht das Potenzial für einen rasanten Qualitätssprung in Unternehmen verborgen sein? Ich glaube schon!

Gerade in Zeiten der “Krise” gilt es Talente zu suchen und Stärken und Kompetenzen zu entdecken. Dies gilt ebenso für Einzelne als auch für Unternehmen und Organisationen. Zugänge dazu gibt es genug. Aber vielleicht muss ich den Appell ganz anders formulieren: Es ist eine große Schwäche in der Arbeitswelt, nicht auf die Stärken der Mitarbeiter zu achten. An dieser Schwäche sollten Sie arbeiten!

Entwicklungen für den Thüringer Arbeitsmarkt

In letzter Zeit habe ich mir immer wieder Gedanken gemacht, welche Dynamiken es braucht, damit es in Thüringen und anderswo gesunde Entwicklungen für Beschäftigung gibt. Hier meine Ergebnisse:

1. Entwicklung von Jugendlichen

Wie Verzahnung von Schule hin in die Arbeits- und Berufswelt sollte deutlich verbessert werden. Auch auf den Ausbau von (sozialen) Kompetenzen und einer ganzheitlichen “Lebensreife” sollte ein besonderer Fokus gelegt werden. Dazu braucht es innovative Ideen. Diese Aufgabe kann auch nicht allein den Schulen überlassen bleiben. Die Wirtschaft “darf” hier bewusst in ihre zukünftigen Fachkräfte investieren.

2. Aktivierung der Potenziale der “Älteren”

Ich habe in letzter Zeit zu viele Menschen kennen gelernt, die weil sie das kritische Alter von 45 Jahren überschritten haben, aus dem Arbeitsmarkt ausgesondert wurden. Also keine Chance mehr haben in Unternehmen integriert zu werden. Wir können diese Kompetenzen zukünftig in Thüringen nicht weiter brach liegen lassen.

3. Entwicklung der Stärken und Kompetenzen der vorhandenen Mitarbeiter

Die vorhandenen Mitarbeiter brauchen eine gezielte Förderung, so dass ihre Kompetenzen noch stärker zu einer positiven Gesamtentwicklung der Unternehmen beitragen können.

4. Sinnstiftende Maßnahmen für Menschen, die aus dem Arbeitsprozess herausgefallen sind

Wir müssen akzeptieren, dass es in unserem Land einen Sockel von Menschen geben wird, die unter normalen Bedingungen nicht wieder Arbeit finden können. Es wäre aber zynisch so zu tun, als wäre dies möglich. Hier stehen wir vor einer großen sozialen Aufgabe, sinnvolle Betätigungsfelder für diese Menschen zu (er-)finden und ihnen dadurch auch eine Bedeutung geben.

5. Es braucht mehr Selbständige mit einem Unternehmergeist

Ich zitiere Johannes Kleske aus einem Interview:

“Ich glaube, dass wir in den nächsten Monaten und Jahren einen neuen Boom von Handwerk, kleinen Läden und allgemein viel mehr Selbstständigkeit sehen werden. Und meine These ist, dass das uns letztendlich aus der Krise führen wird und dabei viel nachhaltiger in seiner Beständigkeit als vor der Krise. Slogans wie „Grow slow, grow strong“ treten in den Vordergrund, schnelles Geld-verdienen in den Hintergrund.”

Das Thema “Selbständigkeit und Unternehmertum” könnte hier auch ein Schlüssel für die anderen 4 Punkte werden: Die Jugendlichen brauchen Entwicklungsimpulse in “Entrepreneurship-Erziehung”.  Auch bei Älteren sehe ich Potenziale, dass sie (gemeinsam?) unternehmerisch aktiv werden. In den Unternehmen gilt es den “Unternehmergeist” zu fördern (sog. “Intrapreneure“). Und für die sinnstifenden Maßnahmen ist wohl auch (sozial-)unternehmerische Kreativität gefragt.

Ich habe nichts dagegen, wenn Thüringen so zu einem Vorzeigebundesland wird.

Gründungscoaching

Es sind die Mutigen im Lande und es werden immer mehr: Menschen, die den Sprung in die Selbständigkeit gewagt haben. Menschen, die die (scheinbare) Sicherheit der Festanstellung hinter sich gelassen und den Weg in neues Land angetreten haben. Ja, es ist in diesem Land immer noch herausfordernd, seine eigene Existenz aufzubauen, aber es gibt interessante Unterstützungsmöglichkeiten für Gründer: Z. B. das KfW-Gründercoaching:

“Ein qualifizierter Unternehmensberater betreut und begleitet das junge Unternehmen. Das Coaching wird durch einen Zuschuss aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.”

Das erfreuliche daran ist, dass aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds 50 – 90 % der Coachingkosten übernommen werden können.

Seit einiger Zeit bin auch ich als Gründungscoach in der Datenbank der KfW gelistet, so dass einem Gründungscoaching nichts mehr im Wege steht, oder?

Navigation oder Einfachheit

Neulich telefonierte ich mit einem Freund. Wir kamen auf Bittner & Network zu sprechen. Unter Navigationsconsulting konnte er sich irgendwie nicht so viel vorstellen. Klar das finde ich doch sehr verständlich, da es sich um ein Kunstwort handelt, dass ich selbst erfunden habe.

Natürlich kommen da den meisten Menschen zunächst die Assoziation zum Navi im Auto und das ist mal gar nicht so falsch. “Aha!” meinte mein Freund am Telefon “du zeigst also den Leute, wo es lang geht”. Das ist so der erste Gedanke, der vielen durch den Kopf geht. Ich glaube, dass dies aber eine sehr gefährliche Vorstellung eines Navis, ist – auf diese Weise wäre ich kürzlich mit meinem Navi in der Elbe gelandet. Ein Navi im Auto ist dafür da, mich zu unterstützen MEINEN WEG zu finden. Fahren muss ich selbst und denken muss ich auch selbst und es ist sogar hilfreich, sich selbst auf einer Karte zu vergewissern, wo man eigentlich hin möchte.

In diesem Sinne verstehen wir auch Navigationsconsulting, nur dass Navigationsconsulting natürlich nicht so technisch und statisch ist, wie diese kleinen Helfer im Auto. Mit unseren Tools im Rahmen des Navigationsconsultings können wir zusammen mit ihnen eine Standortbestimmung vornehmen (das ist immer auch die erste Aufgabe des Navis) und von dort aus herausarbeiten, wo das Ziel ist und wie man dort hin kommt.

Diese technischen Hilfsmittel im Auto gehören heute schon zur Normalität. Manche Leute finden es aber noch peinlich, Unterstützung bei der eigenen (Lebens-)Navigation heranzuziehen, obwohl das doch viel, viel komplexer ist als mit dem Auto von A nach B zu kommen.

Wir glauben übrigens, dass es schwer möglich ist, diesem komplexen Leben zu entkommen. Auch wenn die “Simplify your life”-Szene damit immer noch sehr viel Geld verdienen kann. Mein Freund übrigens, mit dem ich da telefoniert hatte, kam richtig in Bewegung beim Stichwort: Simply your life. Tags zuvor bekam er eine Einladung zu einem Tagesseminar der Vereinfachungsfreunde – Seminarpreis: 1.699 EUR. Vor Wut über diesen Seminarpreis, hätte er beinahe seinen neuen “Simpify your Life”-Kalender von der Wand gerissen. Und am Ende des Gesprächs meinte er: Ja eigentlich könnte ich so einen Navigationscoach auch gebrauchen”.